Klosterruine Hude
In den Jahren 1982 - 1983 wurde die Klosterruine Hude (Oldenburg) umfangreich saniert. Hierbei wurden u.a. treppenförmige Verwitterungsschichten über Bleibelägen auf das historische Mauerwerk aufgemauert, so daß diese künstliche Sperre z.B. das Eindringen von Wasser in die Bausubstanz der Ruine verhindert.
Durch die Einwirkung von Frost und der anschließenden Ansiedlung von Wildwuchs, war allerdings insbesondere das nördliche Querschiff der Ruine so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, daß eine Theateraufführung auf diesem geschichtsträchtigen Boden aufgrund der bestehenden Gefährdung in Frage stand.
Die Gemeinde Hude, das Landesamt für Denkmalpflege und letztendlich auch die Grundstücksbesitzerin entschlossen sich daher, die Sicherungs- und Instandsetzungsarbeiten von der Firma Rope Access Solutions ausführen zu lassen.
Unter der Leitung des Architekten Beier (Angelis + Partner / Oldenburg) und unter den Augen zahlreicher Besucher, setzten ein Steinmetzmeister und zwei Höhenarbeiter innerhalb von zwei Tagen die mehrschichtige Aufmauerung wieder komplett in Stand und entfernten das bereits üppig gewucherte Wurzelgeflecht einer mehrjährigen Birke.
Im Zuge dieser Arbeiten konnten des weiteren umfangreiche Bestands- und Schadensaufnahmen vorgenommen werden, so daß eine fundierte und kostentransparente Schätzung für weiterführende Sanierungsarbeiten im gesamten Areal der Klosterruine vorgenommen werden konnte.
Im Jahre 2006 wurde dann die Sanierung der kompletten Anlage von fünf Höhenarbeitern durchgeführt, die im Denkmalschutz erfahrene Handwerker bzw. Handwerksmeister sind. In nur vier Wochen konnte das komplette Mauerwerk wieder saniert und gesichert werden. Bei einer Kontrolle der Arbeiten aus dem Jahr 2005 zeigte sich, dass das damals gewählte Verfahren erfolgreich und dauerhaft ist.
Es wurde komplett der Grünbewuchs auf allen Bauteilen entfernt, zum Teil mussten anschließend verwitterte Fugen großflächig ausgekappt und neu verfugt werden, wobei stets darauf geachtet wurde den optischen Charakter einer Ruine zu erhalten. Diese Vorgehensweise stellt einen hohen Anspruch an das Verfugen, da hier sowohl Dauerhaftigkeit als auch ästhetische Gesichtspunkte beachtet werden müssen. Ein ähnliches Problem stellte sich bei den figürlichen Konsolsteinen. Hier waren die Risse allerdings teilweise schon so groß, dass Teile der Figuren nachmodelliert werden mussten. Die Risse waren zum Teil so tief, dass man sie nicht mehr einfach verfugen konnte, sonder verpressen musste, was aufgrund des Zustandes der Figuren ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl für Material und Ausführung erforderte. Auch diese Aufgabe konnte zur vollsten Zufriedenheit des Architekten und der Auftraggeber gelöst werden.
Neben der enormen Kosteneinsparung durch den Einsatz von Höhenarbeitern (die Kosten betrugen im Vergleich nur 1/3 der Kosten einer Sanierung mit konventionellen Mitteln) war auch die Belastung für die Ruine und die Parkanlage im Vergleich zu einer Gerüststellung auf ein Minimum reduziert. So mussten weder großflächige Lastverteilungen im Park ausgelegt, noch Gerüstanker im historischen Mauerwerk angebracht werden und auch der Park konnte weiterhin touristisch genutzt werden. Durch den Verzicht auf ein Gerüst konnte auch die Bauzeit um ein Vielfaches verkürzt werden.








